BYD startete seine Luxus-Submarke Denza in Europa in der Pariser Oper, mit Daniel Craig vor Ort, um den Z9 GT EV vorzustellen. Die Wahl des Veranstaltungsorts und des Präsentators machte eine Sache deutlich: Das ist kein Budgetangebot.
Der Z9 GT EV startet in Deutschland und Frankreich bei 115.000 Euro, was dem Dreifachen seines chinesischen Preises von 269.800 Yuan (39.300 Dollar) und einige hundert Euro unter dem Porsche Panamera entspricht. BYD ist nicht zufällig knapp unter dem Panamera gelandet. Der Z9 GT hat ungefähr dieselbe Größe, besetzt dieselbe Marktposition und liegt nun im selben Preisbereich. Diese Positionierung ist die Produktstrategie.
Das technische Argument ist auf dem Papier aggressiv. Das 122,49-kWh-Akkupack und die Drei-Motor-Konfiguration erzeugen 1.140 PS und 1.210 Nm Drehmoment. Die WLTP-Reichweite beträgt 599 km (372 Meilen). Flash Charging lädt den Akku in fünf Minuten von 10% auf 70% mit BYDs 1.500-kW-Ladeinfrastruktur und von 10% auf 97% in neun Minuten. Bei Temperaturen bis -30°C dauert dieser vollständige Zyklus zwölf Minuten. Die beworbene CLTC-Reichweite von 1.036 km für China ist eine andere Zahl für einen anderen Testzyklus und nicht die Zahl, mit der europäische Käufer leben werden.
Bestellungen sind in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien offen, mit einer Ausweitung auf 30 Länder bis Ende 2026. Eine PHEV-Variante und der D9, ein Sieben-Sitzer-Plug-in-Hybrid-MPV, wurden ebenfalls auf der Pariser Veranstaltung enthüllt. Der D9 legt nahe, dass Denza in Europa eine Marke sein will, kein einzelnes Modell.
Ob europäische Käufer auf ein chinesisches Luxus-EV zu Panamera-Preisen ansprechen, hängt weniger von der Spezifikationsliste ab und mehr von der Wahrnehmung, den Händlernetzwerken und dem Vertrauen in Wiederverkaufswerte. Das Ziel des Z9 GT, bis Ende 2026 auf 30 Länder zu expandieren, wird eine nützlichere Zahl sein als die Pariser Launch-Schlagzeile.